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„Der Prinz aus Zamunda“ ist auf Amazon Prime zurückgekehrt!

verfasst am 6.März 2021 von Markus Haage

Zur Abwechselung mal etwas Kultkino aus dem Komödienbereich: Mit „Der Prinz aus Zamunda 2“ (2021) hat Paramount Pictures es doch tatsächlich gewagt eine Komödie der 1980er-Jahre nach 34 Jahren fortzusetzen. Der erste Teil stellte den letzten großen Erfolg von Regisseur John Landis („American Werwolf“) dar, aber sicherlich auch für Hauptdarsteller Eddie Murphy. Über die Jahrzehnte – und wohl auch durch die ewige Wiederholung im Kabelfernsehen – entstand ein Kultfilm, der vor allem innerhalb der afroamerikanischen Popkultur auch heute noch zahlreich zitiert wird. Mittlerweile wird das Original oftmals sogar als ein „familienfreundliches Märchen“ verklärt, was allerdings aufgrund des Inhalts eine irritierende Verzerrung darstellt. Wahrscheinlich konnte sich vor allem aufgrund der Synchronisation die teils subversive Gesellschafts- und Kulutkritik hierzulande nie richtig entfalten. „Der Prinz aus Zamunda“ erhielt 1987 ein sognanntes R-Rating aufgrund von „language, sexual references, and some nudity“.

Ein Sequel in Auftrag zu geben, war somit ein gewagtes Unterfangen, welches aber durchweg gelungen ist. Herausgekommen ist abermals eine teils hysterische Komödie, die über ihre exzentrischen Figuren ohne Rücksicht auf Verluste herrlich politisch-unkorrekte Seitenhiebe verteilt, wie sie wohl nur noch Eddie Murphy und Arsenio Hall im Jahre 2021 machen dürfen. Die überzeichnete Vorstellung eines afrikanischen Märchen-Königreichs, die übersexualisierte Popmusik, die abgedrehten Charaktere aus dem Alltagsleben der schwarzen Großstadt-Communities und religiösen Gemeinschaften, sie alle werden durch den Kakao gezogen.

Arsenio Hall und Eddie Murphy im Original von 1987.
(© Paramount Pictures)

Wie Teil 1 ist dies hier eine afroamerikanische Komödie, die sich auf hysterische Weise über die Eigenheiten der schwarzen Community als auch ihrer Darstellung in populären Medien lustig macht (mag sein, dass dies einigen humorbefreiten Zuschauern sauer aufstößt, aber die haben ja noch Twitter). In der deutschen Synchronfassung verlieren sich leider wieder viele Gags oder Anspielungen. Nicht nur aufgrund kaum möglicher sinnvoller Übersetzungen, sondern auch weil man einigen Comedians wie Tracey Morgan zwangsläufig ihrer komödiantischen Charakteristika, wie der eigenwilligen Stimmen, berauben muss. Natürlich wird der Vorgänger reichlich zitiert, sodass es eine reine Freude ist, zu den Figuren und Orten des Originals zurückzukehren – Randy Watson, Sexual Chocolate, der Barbershop, die Disco-Zwillinge, McDowells, sie sind alle wieder dabei (lediglich „Soul Glo“ fehlt) –, aber vielleicht nehmen diese Verweise auch etwas Überhand. „Der Prinz aus Zamunda 2“ prescht recht schnell voran, verliert für seine Masse an Storyline kaum Zeit und gibt dabei bedeutenden Nebenfiguren und -handlungen zu wenig Raum, um ihnen vollends gerecht werden zu können (was übrigens in einem irritierenden Kontrast zum Inhalt der Haupthandlung steht). Der Fokus liegt auf Eddie Murphys Figur und dessen Sohn, obwohl die Töchter des Königs (eigentlich bedeutend für den Plot) mehr Beachtung verdient hätten. Hier hat der Film etwas die Chance verpasst, aus den 80ern zu entfliehen, um nicht nur eine Fortsetzung, sondern auch ein wirklich eigenständiges Werk werden zu können.

Es ist übrigens interessant zu sehen, wie vor allem auf Amazon sich die 1-Stern-Berwertungen häufen, die sich über den Fokus der Storyline auf die Töchter, den ich persönlich als zu klein empfand, aufregen. So heißt es dort (Originalzitat): „Nach 5 Minuten habe ich abgeschaltet – klar, das bei der heutigen Frauenbewegung Prinz Arkeem 3 Töchter haben muß die ihm gleich am Anfang klar machen das heute Frauen den Männern zeigen wo’s lang geht.“

Selbst ein Gag über vegane Ernährung wird kritisiert, ohne dass der Rezensent anscheinend realisiert, dass es sich hier um einen Gag handelt.

Und natürlich wird sich dann wiederum darüber empört, dass „schwierige afrikanische Themen“ humorvoll verarbeitet werden.

Eddie Murphy und Arsenio Hall haben es wohl geschafft bei allen anzuecken. Für die einen Zuschauer ist der Film politisch zu unkorrekt, für die anderen Zuschauer zu liberal. Somit wohl alles richtig gemacht.

Arsenio Hall und Eddie Murphy in der Fortsetzung von 2021.
(© Paramount Pictures)

„Der Prinz aus Zamunda 2“ ist eine unerwartet herrliche, teils hysterische Fortsetzung, die dem Original gerecht wird und erfrischend politisch unkorrekt ist, auch wenn das Sequel zu schnell voranprescht und etwas flach inszeniert ist. Es war dennoch eine pure Freude. In diesem Sinne: „We are family! I got Sexual Chocolate with me!“.

Die Fortsetzung ist via Amazon.de für Prime-Mitglieder gratis abrufbar: https://amzn.to/3qhnC3r.

Markus Haage

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Mein Name ist Markus Haage, Chefredakteur und Herausgeber vom Neon Zombie-Magazin. Es gibt nicht sonderlich viel spektakuläres über mich zu erzählen. Ich führe ein sehr langweiliges Leben. Aber falls es doch jemanden interessiert, freue ich mich immer über einen Besuch meiner Website www.markus-haage.de! Danke im Voraus!