Hawk – Hüter des magischen Schwerts (Großbritannien, 1980)

verfasst am 8.Juni 2001 von Hellhaim

„Ich, Voltan, werde dich aus diesem Hause entführen!“

Schon zu Filmbeginn grüßen uns violett-beleuchtete Pappbauten und altehrwürdige Zauberer. Im Vorspann dudelt bester Italo-Synthi-Beat und auf dem Bildschirm prescht HAWK, unser Held, durch die Lande! Es lebe die Trash-Fantasy.

(© Koch Media)

Und zwar gewaltig, wie man an der Storyline sieht. Es geht selbstverständlich um ein magisches Schwert (verrät der Filmtitel bereits), welches Hawk führt, und mit dem er gegen das Böse antreten soll. In diesem Fall sein eigener Bruder Voltan (allein der Name! Voltan! Arghhhh!), welcher in jungen Jahren beim Kriegsdienst zu den Mächten des Bösen überlief und außerdem ein Auge auf Hawks Frau war. Natürlich bekam er die Alte nicht und wurde noch WAHNSINNIGER…

(© Koch Media)
(© Koch Media)

Allein dieses Segment der Hintergrundstory verdeutlicht, dass selbst trashige Fantasyfilme noch einen passablen Hintergrund haben können (können!). Der Film verläuft dann ungefähr so, wie es im Lehrbuch für Fantasyfilme steht: Kloster wird bedroht, Held lernt neuen Freund kennen, beide wollen Kloster retten, reisen durch Schattenwald, sammeln alte Bekannte (Zwerg, Elf und Riese) ein und kämpfen gegen allerlei Schurken. Herrlich, nicht?

(© Koch Media)
(© Koch Media)

Und genauso herrlich sind die Charaktere und Schauspieler: der ultrazurückgezogene und schweigsame Elf, der alles mit seinen Ohren erhören kann, der ulkige Zwergenhalunke, mit unverwüstlichem Magen und Bart, sowie der 2m-Klopper mit dickem Hammer, der für sein Leben gerne säuft. Trashig auch die Waffen der Helden: Schaumstoffklötze als Hämmer und Keulen, Schnellfeuerarmbrust (!) und magischer Schnellfeuerbogen, tricktechnisch sehr flüssig dargestellt, und natürlich das magische Schwert mit leuchtendem Edelstein im Griff. Derbe italienisch auch die anderen Charaktere: vom einäugigen Schuft mit peinlichem Grusel-Helm hin zum buckligen Sklavenhändler, dem das Bier beim Reden aus dem Mund spritzt. Die Effekte sind am ehesten mit flackernden Neonlichtern zu vergleichen. Manchmal gibt es aber auch umherfliegende Leuchtflummis – oder einfach Rauch und Nebel.

(© Koch Media)
(© Koch Media)

Fatality:
Ordentlicher und unterhaltsamer Fantasy-Trashfilm, weder zu professionell, noch zu dilletantisch. Oft genug kann man lachen, ohne aber am Verstand der Filmcrew zweifeln zu müssen. Von daher: Empfehlung!

Hellhaim

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