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Zauberbogen, Der (USA, 1981)

verfasst am 11.Oktober 2008 von Hellhaim

„Bald gebe ich dir diesen alten Freund [den Zauberbogen]. Aber wenn du nicht gut genug bist, wird er dich beissen, Toran. Dich mit seiner Macht töten. Dich verbrennen. Er verbrennt dich sowieso, wenn er dich annimmt. Dir sein Mal einbrennt, wo alle es sehen können. Er ist ein harter Gebieter, der Elb. Sehr hart. Viele haben sich gewünscht, einer mit einem Zauberbogen zu sein. Sie sind bei dem Versuch gestorben.“

Einstmals in einer Welt, die war oder niemals war. In einer Zeit, die gewesen sein mag oder auch noch immer sein könnte. Einer Zeit als Magie und Hexerei so wirklich waren, wie Tag und Nacht. Mensch oder Bestie, Teufel und Engel waren gleich…blablabla…willkommen im amerikanischen Fantasy-Kleinod Malveel…

(© Universal Pictures)

Häuptling Brakus kann froh sein: Durch den weisen Rat seines Beraters Vors und durch seine Ähnlichkeit zu Peter Steiner…

(© Universal Pictures)
(© Universal Pictures)

…hat er es doch so gut wie geschafft, die streitbaren Nomadenstämme seines Heimatlandes in relativem Barbarenfrieden (chaotisch-gut, halt) zu einen. Und das nicht ohne Grund, denn im benachbarten Imperium der Draiki (bestehend aus Gebüschen hinter dem Filmstudio und einem Pferd) machen sich die gnarly Echsenmenschen bereit, um mit ihrer Dynastie das nette Barbarenland Malveel zu überfallen. Natürlich haben die Echsenmenschen auch einen Feldherren, den (meistens) maskierten „Gar, den Draikianer“. Der hat ‘ne dicke Axt und sieht auf seinem Ross so aus, als hätten die Filmemacher hier ihre Inspirationen ganz klar von Frazettas „Death Dealer“ geholt.

(© Universal Pictures)
(© Universal Pictures)

So eine WG von Barbaren ist nicht leicht zu knacken. Immerhin werden bei der Vorstellung ihrer Anführer alle Charakterbau-Register gezogen. Wir haben den großen schwarzen Häuptling, den einäugigen Veteranen, die wilde hellbonde Amazone, den Verschlagenen etc.pp. Und natürlich den dicken und klugen Brakus. Der wird aber ermordet, und intrigante Kräfte lenken den Verdacht auf seinen Sohn Toran, welcher uns hier den Held mimt. Der Sohn schnappt sich dann den namensspendenden Zauberbogen von seinem alten coolen Lehrmeister (wessen Charakteroutfit von Subotai aus „Conan“ geklaut wurde, behaupte ich mal), eine sehr hübsche Zauberin (wer hätte DAS gedacht), sowie einen Dieb mit fescher Mütze und gollert los ins Land der Echsen, um RACHE und WAHRHEIT zu finden. Das wird nicht schwer, denn sein Bogen schießt Feuerbälle. Irgendwann kommen die Helden in eine „Hey Boss, wir haben hier römische Styropor-Kulissen von 1953, die können wir doch nochmal verwenden“-Stadt welche vom evil Obermufti Lazzazar terrorisiert wird. Der hat einen Streitwagen und kann explodierende Feuerspeere schießen. Astrein. Nach etwas Gelaber wird Lazzi dann weggeballert (in einer Kulisse die aussieht wie aus einem DEFA-Märchenspiel), aber sein böser Panzerhandschuh der bösen Finsternis oxidiert weiter herum, so dass ein „überraschendes“ Ende nicht lange auf sich warten lässt…

(© Universal Pictures)
(© Universal Pictures)

„Der Zauberbogen“ ist filmisch gut. Wir haben es hier zwar mit einer 1981er-Low-Budge-Produktion zu tun, aber nichtsdestotrotz ist der Film solide. Gute Dramaturgie, ordentliche Kameraführung, ein Film den man tatsächlich ernst nehmen kann. Auch die Schauspieler sind weit über dem, was die italienische Konkurrenz zum Barbaren-Genre beigesteuert hat.

(© Universal Pictures)

(© Universal Pictures)

Man kann die Augen aus heutiger Sicht natürlich nicht davor verschließen, dass der Film „nur“ noch Trash ist. Gnadenlos veraltete Technik, Kulissen aus zweiter Hand, mickrige Hütten und eine handvoll Echsenmenschen-Kostüme machen noch keinen zweiten „Conan“. Die sehr genretypische Geschichte mit absolut klassischen Handlungs- und Charakterelementen (der verstoßene Königssohn als Held, der maskierte Bösewicht, die hübsche Zauberin, der kecke Dieb) läßt den Kenner von Fantasystorys schmunzeln.

(© Universal Pictures)
(© Universal Pictures)

Highlights: Lazzazars Angriff. Einfach geil. Das Bild verfärbt sich, Blitze und Donner werden ungelenk eingespielt und ein Streitwagen rollt vor römischen Kulissen, welche so gar nicht in das Filmbild passen wollen, auf. Darauf: Zwei hahnebüchene Maskierte, einer ist bucklig und lenkt den Streitwagen, der andere hat eine Plastik – äääähm, Eisenmaske (natürlich!) auf und wirft mit Speeren. Die explodieren selbstredend und lassen Palastwachen und Fässer in einem Schwall kostengünstiger Pyros untergehen. Beim Endkampf bekommen wir dann ein ähnliches Gewitter aus Konservenblitzen geboten.

(© Universal Pictures)
(© Universal Pictures)

Fatality:
Äusserst stylischer B-Movie, der uns klischeehafte Fantasy in bester Sonntagnachmittags-Tradition bietet. Für Fans von „Die Barbaren“ oder „Hawk, Hüter des magischen Schwertes“ unbedingt zu empfehlen. Ein Trashfilm, den man sehen sollte.

Ganz vergessen. Ein Müffel-Monster mit leuchtenden Augen taucht auch noch auf.

(© Universal Pictures)

Den darf der Held umkloppen.

Hellhaim

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