Arena – Todesmatch der Giganten (USA, 1989)

verfasst am 27.Januar 2004 von Neon Zombie

„Wer wird aufsteigen aus der Gosse der Galaxis zum strahlenden Stern, zum Champion des Jahres 4038?“
(Cover-Zitat)

Was wäre gewesen, wenn Rocky nicht in Philadelphia, sondern in Jabbas Palast geboxt hätte? Diese Frage hatte sich noch nie jemand gestellt. Außer Charles Band natürlich…

(© Empire Video)

Im Jahre 4038 haben wabbelige Aliens die Vorherrschaft im Profi-Wrestling an sich gerissen! Doch ein tapferer Erdling namens Steve Armstrong stellt sich ihnen entgegen. Nicht zwingend weil er als Minderheit in der Galaxis die Vorherrschaft der außerirdischen Kreaturen im Catchen brechen will, nein, sondern weil er gerade arbeitslos ist. Gut, die Tatsache, dass er seinen Chef retten muss, spielt dabei wohl auch noch eine gewisse Rolle. Um Champion des Universums zu werden, muss er aber nicht nur ein kleines Plastik-Strapsen anziehen, sondern auch noch allerhand merkwürdige Gestalten aus den tiefsten Ecken der Galaxis vermöbeln. Man stelle sich vor, die Aliens aus George Lucas’ Mos Eisley hätten Muskeln und prügeln sich in einer futuristischen Arena – ausgestattet mit den neusten Digital-Anzeigen des fünften Jahrtausends…

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Dazwischen platzt nun, wie erwähnt, Steve Armstrong mit dem Ziel als erster Mensch alle Aliens umzuboxen.

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Natürlich kann dies alles nicht ohne Spektakel und Intrigen vonstatten gehen, und so wird er von Freunden verraten, von Freundinnen (fast) vergiftet und von Freuden überrant, als er am Ende seine Fäuste gen Sternenhimmel recken darf, um sich selber als neuen Meister des Universums zu krönen. Vorher allerdings muss er sich noch mit dem Meister der außerirdischen Monster prügeln. Name: Horn, Spezies: Alien-Cyborg, Rang: Champion aller Klassen, Spezialtechnik: fies gucken, dauerhaft wütend sein.

(© Empire Video)
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Zum Glück ist Steve aber der Meister der sagenumwobenen Fuß-Doublette, eine mysteriöse Kampftechnik, die jedes wabbelige Gummimonster niederstreckt.

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Rest dürfte klar sein: Steve schlägt dem Endgegner zum Champignon und wird nicht nur zum Champion gekrönt, sondern kriegt auch das Mädel – Quinn, Kampf-Promoterin – rum und macht dem fiesen Macheschaften des graugeschminkten Arena-Bosses Rogor ein Ende.

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Vom Prinzip her war dies bereits die gesamte Story. Der Rest wird aufgefüllt mit einigen gewollten Absurditäten, merkwürdigen Wesen, ein paar zu erwartenden Storytwists und natürlich ziemlich heißen Kämpfen gegen nicht minder heiße Gesellen, die entweder in der Arena rum- oder an der Bar abhängen…

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Und diese extraterrestischen Gesellen lieben, streiten, hassen, kloppen, hintergehen und beleidigen sich im Minutentakt. Intergalaktisches Reeperbahn-Flair.

Echte Speckstücke im Streifen sind ganz klar die Kämpfe zwischen dem terranischen Filmhelden und den beeindruckenden Alien-Kriegern (die zum Teil auch einen kybernetischen Körperanteil von mindestens 50% besitzen), welche von der Motorik her an gelähmte Möbelpacker im Pogo-Mob erinnern. Manchmal fragt man sich, wie wahnsinnig manch Sci-Fi-Designer sein kann, denn viele Monster und auch Einrichtungsgegenstände (von der Kleidung ganz zu schweigen) lassen nur sehr schwer einen Sinn erkennen. Wozu liest man eine TRANSPARENTE Zeitung? Weiß der Geier! Wozu ein Monster, das laaaaaange Beine hat, wenn diese flach auf dem Boden liegen und es mit seinen verkümmerten 20-Zentimeter-Armen angreift? Fragen über Fragen, auf die man selbstredend nie eine Antwort erhalten wird.

Peter Manoogian hat unter Charles Bands „Full Moon“-Fuchtel mal wieder einen Volltreffer gelandet. Dass der Streifen über kein hohes Budget verfügte, dürfte klar sein. Dennoch konnte John Carl Buechler (ja, DER…) um die 75 Killer-Animatronics und Masken-SFX erschaffen, die in Kombination mit Modellbauten, Matte-Paintings und typischer 80er-Geschmacksverirrung ein buntes Sci-Fi-Knallbonbon ergeben. Genretypischer Dekaden-Wahnsinn wie etwa Neon-Pop und Sythie-Beat (Jonathan Bogner!) gibt’s als Sahnehäubchen noch oben drauf. Achso, und zwischen alle dem wird sich durch eine zwar hauchdünne Story geprügelt, aber, hey, wenigstens kommt man hier gleich zur Sache und verliert sich nicht in irgendwelchen Tiefsinnigkeiten (dieses Wort gibt’s glaube ich auch nicht…).

Ach, fast hätte ich das Beste vergessen: „Arena“ brilliert vor allem durch seinen ausgefeilten und zeitlosen Soundtrack, vorgetragen von einer flimmernden Dauerlocke.

(© Empire Video)

Fatality:
Herrlicher Neon- und Sci-Fi-Trash mit Kracherkämpfen und wahnsinnigen Früh(lings)rollen von „Star Trek“-Schauspielern (Armin Shimerman und Marc Alaimo aus „Deep Space 9“, sowie Claudia Christian aus „Babylon 5“). Als Pluspunkt erlernt man beim Betrachten des Films die Technik der Fussdoublette. Das alleine reicht für vier Köppe. Gehört ohne Frage zu den besten Sci-Fi-Trashern der 80er.

Neon Zombie

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Über Neon Zombie 2057 Artikel
Mein Name ist Markus Haage, Chefredakteur und Herausgeber vom Neon Zombie-Magazin. Es gibt nicht sonderlich viel spektakuläres über mich zu erzählen. Ich führe ein sehr langweiliges Leben. Aber falls es doch jemanden interessiert, freue ich mich immer über einen Besuch meiner Website www.markus-haage.de! Danke im Voraus!