Elmer – Das Grauen hat einen Namen (USA, 1988)

verfasst am 21.November 2003 von Hellhaim

„It’s a Headache from Hell!“

Dieser Mensch namens Hennenlotter, der uns die unersetzbare „Basket Case“-Filmreihe bescherte, überreicht uns hiermit eine weitere Kreation seiner urban-lebenden, mordenden und bemitleidenswert-unglaubwürdigen Latexmonster in Größenkategorie B. Diesmal ELMER, den GEHIRNFRESSER, dunkelgrün und wurmförmig, der singend-grinsen (oder grinsend-singen) kann, bevorzugt in einer Badewanne haust und Jahrtausende alt ist (diente hohen Tiere der Geschichte, von Dschingis Kahn bis… ach, hör’ doch auf…).

(© Anolis Entertainment GmbH & Co. KG)

New York City anno 1988: dampfende Gullideckel, schlechtgelaunte Taxifahrer, Prostituierte am Times Square, Graffiti am Madison Square Garden. Dazwischen: der leicht depressive Brian, dessen Leben irgendwann in die vollkommene Belanglosigkeit führte. Glücklicherweise beißt sich der dunkelblaue Wurm Elmer, Untermieter eines älteren Ehepaares, an sein Gehirn fest und injiziert ihm eine blaue, euphorisierende Flüssigkeit (Eigenproduktion). Süchtig danach, verlangt Brian nach mehr – doch Elmer ist nicht dumm: als Gegenleistung verlangt er Nahrung. In Form von menschlichen GEHIRNEN! Brian kann dies nicht abschlagen. Abhängig von Elmers zähflüssigen Euphoron, schleicht er nun unter flackernden Neonlichtern durch die Straßen New York Citys – auf der Suche nach potentiellen Opfern…

(© Anolis Entertainment GmbH & Co. KG)
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Zugegeben: die Story liest sich wie Charles B. Griffiths „Little Shop of Horrors“. Streicht man die Musicaleinlagen (obwohl Elmer auch gerne Operetten anklingeln lässt), tauscht man Elmer mit Audry II, und benutzt man die Drogensucht Brians als Synonym für Seymours Sucht nach Erfolg, dann dürfte klar sein, aus welcher Kiste Frank Hennenlotter Elmer ausgemottet hat – ABER zum Glück bietet der Streifen genug Wahnsinn, um alleine existieren zu können. Frank Hennenlotter, bekannt für seine absurden Werke UND Charaktere, schuff mit Elmer einen kleinen Kult-Klassiker des 80er-Horrors, der vor allem aufgrund seiner schrägen Ideen und Figuren unterhält. Wie es immer bei Herrn Hennenlotter so ist, kann er es sich ncht verkneifen seine fragwürdige Vorliebe für sexuelle Absurditäten und überzogen-gewaltsame Exezesse zu unterdrücken – und so schwebt  Elmer zwischen gewaltätigen Klamauk und Groschenheft-Sex. Pulp, eben. Seltsam. Grotesk. Bizarr. Die englische Werbezeile beschreibt es am besten: „It’s A Headache From Hell!“

(© Anolis Entertainment GmbH & Co. KG)
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Es gibt übrigens einen Gastauftritt zu bestaunen (namhafte Charaktere aus „Basket Case“), was den Streifen in bestimmten Kreisen allein schon zum Kultstatus erhebt. Wem das nicht reicht, bekommt nach Belial und Frankenhooker ein weiteres Monster aus Hennenlotters skurilen Universum der filmischen Horror-Groteske serviert – einen dicken Wurm, der sich in die Gehirne seiner Opfer – und des Zuschauers – beißt.

(© Anolis Entertainment GmbH & Co. KG)
(© Anolis Entertainment GmbH & Co. KG)

Dankenswerterweise bietet uns das DVD-Schlachtschiff des abseitigen Films, Anolis Entertainment, in Zusammenarbeit mit Fear Express den Streifen in einem formschönen Pappschuber seit geraumer Zeit auf DVD an. Am 29.Januar wird eine Neuauflagee in die Regale bundesdeutscher Kaufhäuser gefeuert. Diesmal sogar FSK-geprüft – was fast schon ein Unikum unter Hennenlotters Polterfilmen ist. Wer sehen möchte wie ein Wurm mit Wohnsitz Badewanne Macht über den menschlichen Verstand nimmt, der möge zugreifen.

Hellhaim

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