Kampfstern Galactica (USA, 1978)

verfasst am 13.Mai 2009 von Markus Haage

„Wir haben uns hier als Repräsentanten eines jeden Schiffes unserer Flotte versammelt, um eine einzigste Frage zu beantworten: Wohin werden wir gehen? Aus unserer niedergeschriebenen Geschichte geht hervor, dass wir alle von einer Mutter-Zivilisation abstammen. Wir sind in den Weltraum gegangen um Kolonien zu errichten. Wir, die wir hier zusammengekommen sind, repräsentieren die einzigen Überlebenden der uns bekannten Kolonien: Die Geretteten. Von der Schwester-Welt weit draußen im Weltall haben wir bislang nur etwas aus alten Schriften gehört. Ich habe die Absicht sie zu suchen - diese noch verbleibende Kolonie. Diesen letzten Außenposten der Menschheit im ganzen Universum!“

Nach Jahrzehnten des Zwists und Streits lebt die Menschheit nun endlich in Frieden. Die 12 Kolonien der menschlichen Rasse namens Caprica, Scorpia, Sagittara, Aries, Virgon, Taura, Geminon, Aquarius, Libra, Leo, Cancer und Pisces (Aha. Die 12 Sternzeichen. Ein Omen…?) sind endlich vereint. In Zukunft sollen alle Geschicke über einen galaktischen Präsidenten gelenkt werden, der einem pan-humanen Rat vorsteht. Die Zukunft ist gesichert. Von nun an heißt es: Nur noch zum Wohle dienen, arbeiten, forschen und leben – sprich: Sich in einer Toga in der Sonne rumlümmeln. Alle sind glücklich, alle sind frei, alle sind sie dafür – nur nicht die Zylonen, denn die sind ja bekanntlich…

(© Universal Pictures Germany GmbH)
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Zylonen? Ach, ja. Außer den Menschen torkeln noch andere Wesen durchs Weltall und die Zylonen dürfen als äußerst agressiv bezeichnet werden. Eingentlich stand die Menschheit kurz vor einem Friedensabkommen mit ihnen – doch die fiesen Zylonen nutzen die daraus resultierende Unachtsamkeit der Menschen aus, um diese mit einem Schlag zu vernichten. Innerhalb weniger Minuten wird die gesamte menschliche Rasse zerdrescht – nur ein Kampfstern und ein paar Frachter können der Apokalypse entkommen…

(© Universal Pictures Germany GmbH)
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Zum Glück befindet sich an Bord des Kampfstern Atlantias der gesamte galaktische Rat (inklusive Präsident) – welches ebenfalls vollkommen zerstört wird. Und so ist als oberster Vertreter des politischen Systems Commander Adama (LORNE GREENE!) übrig. Und wenn er sich einig ist, wie es weitergehen soll, sind sich automatisch alle einig (Ach, ja…wie naiv eine militärische Diktatur doch herkommen kann…): Ab durch die Mitte. Der Menschheit kann nicht mehr geholfen werden, also wird sich erstmal vom Acker gemacht – in der Hoffnung einen neuen Planeten zu finden, auf dem man sich in Frieden und Sicherheit niederlassen kann. Wunschziel: Der mysteriöse Planet Erde, die mystische 13.Kolonie!

(© Universal Pictures Germany GmbH)
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Tjajajajjajaja…aber ohne die Zylonen, die indes Jagd auf die Galactica machen und auch nicht davor zurückschrecken sich mit den merkwürdigsten Viechern des Universums zu verbünden…

(© Universal Pictures Germany GmbH)
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Heutzutage hopsen die Zylonen in einem hautengen, roten Kleid und mit Größe Doppel D über die Leinwand – anno 1978 war ihre Präsenz noch auf klobbige Plastik-Roboter und einem Kürbiskopf-ähnlichem Befehlshaber beschränkt, der gerne im Dunkeln hockt und von allem nur als Erhabener Führer bezeichnet wird. Die Helden hingegen dürfen in engen Spandex-Höschen und/oder Toga über die Leinwand rollen. Sind ja immerhin die 70er, baby. Keine Spur von Kampfschweinen à la Edward James Olmos oder Michael Hogan – hier sind die Heroen noch edle Recken mit Fönwelle und verschmitzen Lächeln. Die Frauen werden übrigens aufs Nötigste reduziert – als verängstigte Staffage im Hintergrund. Zwischen Krieg und Zerstörung bleibt seit jeher wenig Raum für das weibliche Geschlecht, und bei „Kampfstern Galactica“ wird darauf viel Wert gelegt. Alle zwei Minuten bricht Panik aus – Zylonen greifen an! Und genau das hat diesen Film erst kreiert…

Denn „Kampfstern Galactica“ ist genaugenommen lediglich der Zusammenschnitt der ersten drei Serienfolgen. Grund hierfür waren die recht hohen Produktionskosten, aufgrund derer die komplette Serie nach bereits einer Staffel (trotz Erfolges) wieder eingestellt wurde. Der Film lief in vielen Ländern sogar im Kino – teilweise erfolgreicher als „Krieg der Sterne“. Heute ist „Kampfstern Galactica“ nicht nur Kult, sondern ein fazinierendes Relikt aus dem 70er-TV – voll ausgestattet mit Modellbauten, kernigen Stereotypen, tonnenweise Spandex und den gigantischsten Fönwellen der Fernsehgeschichte.

Habe ich schon die bekloppten Aliens und Roboter erwähnt? Ach, ja. Habe ich…

(© Universal Pictures Germany GmbH)
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Fatality:
Ein kunterbuntes Knallbonbon.

Markus Haage

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Über Markus Haage 2086 Artikel
Mein Name ist Markus Haage, Chefredakteur und Herausgeber vom Neon Zombie-Magazin. Es gibt nicht sonderlich viel spektakuläres über mich zu erzählen. Ich führe ein sehr langweiliges Leben. Aber falls es doch jemanden interessiert, freue ich mich immer über einen Besuch meiner Website www.markus-haage.de! Danke im Voraus!