Ssssnake Kobra – Ein tödliches Experiment (USA, 1973)

verfasst am 25.Juni 2009 von Markus Haage

„Du bist die Zukunft, David! So wie Adam der erste Mensch war, wirst du das erste Lebewesen einer neuen Evolution. Du wirst alles überleben. Den Holocaust, die Epidemien, die, die Menschheit aussterben lassen. Du wirst überleben und dich vermehren!“

Es nimmt kein Ende: wie die Eisberg durch den Rumpf der fucking Titanic bahnt sich der gemeine Tierhorror durch unsere Seite – und soviel sei gesagt – wir haben nicht einmal die Spitze des Eisberges gesehen und wie man weiß befindet sich 90% unter Wasser. Somit haben wir mit vorliegendem Werk lediglich (mal wieder) an der Wasseroberfläche gekratzt. Aber immerhin gekratzt…

(© Koch Media GmbH)

Der jute David Blake nimmt an einem Forschungsprojekt des zosseligen Dr. Carl Stoner teil, der abgelegen irgendwo im Nirgendo eine private Schlangenforschungsstation betreibt. Seine zwiespältigen Projekte werden schon lange nicht mehr von staatlicher Stelle unterstützt, aber das muss David ja nicht wissen. In der Hoffnung seiner Uni-Karriere einen Kick zu geben, heuert er beim Stoner an. Und dieser hat bereits einen Plan mit ihm…

(© Koch Media GmbH)
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David soll an keinem Forschunsprojekt teilnehmen – er ist das Forschungsprojekt! Nach und nach spritzt er David ein – offiziell – selbstentwickelten Impfstoff gegen Schlangengift – inoffiziell aber ein Serum ist, welches ihn eine SCHLANGE verwandeln soll! Warum man einen Menschen in eine Schlange verwandeln will? Ist doch logisch: Stoner is’n Mad Scientist – und die machen sowas! Natürlich hat der Streifen auch ’ne Erklärung parat, aber die ist viel wilder („Du bist die Zukunft, David! So wie Adam der erste Mensch war, wirst du das erste Lebewesen einer neuen Evolution. Du wirst alles überleben. Den Holocaust, die Epidemien, die, die Menschheit aussterben lassen. Du wirst überleben und dich vermehren!“).

Leichtgläubig wie David ist (Intelligenz hat er jetzt nicht wirklich gepachtet…), lässt er sich trotz Übelkeit und Kopfschmerzen von Stoner weiter vollpupen – selbst als seine Haut schon grün schimmert. Doch erst als er merkt, dass Stoner ihn selbst als Forschungsobjekt benutzt, liegt er bereits brach als Mensch/Schlangen-Hybrid im Labor…

(© Koch Media GmbH)
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Vom Prinzip her, haben wir damit die gesamte Geschichte dargelegt. Der Original-Film braucht hierfür immerhin 91 Minuten, auf der ordentlichen Koch-Media-DVD ist die alte Super-8-Fassung draufgeknallt wurden – die braucht für die Geschichte 8 Minuten. Um die Dramatik etwas zu erhöhen, wurde noch ’ne Liebesgeschichte reingequetscht, zwischen David und Stoners Tochter Kristina, deren voheriger Freund bereits von Stoner gesnaked wurde. Eine Love-Story in einem Film ist aber natürlich nur interessant, wenn man daraus ein Love-Triangle schustert (erste Regel der Drehbuchwissenschaften, erstes Semester, erstes Blockseminar: Eine Film-Liebesgeschichte muss immer eine Frau und zwei um sie kämpfende Männer beinhalten – anstatt die Tante einfach als Schlampe abzustempeln und sich gemeinsam zu betrinken). Wer jetzt aber aufstöhnt, dem sei gesagt, dass der Streifen ein bißchen mehr zu bieten hat. Denn auf der einen Seite haben wir Dirk Benedict – und auf der anderen Seite sein Rivale – REB BROWN! Und egal wie konstruiert das Love-Triangle hier wirken mag – wann hat man schonmal gesehen, wie Reb Brown dem Dirk ’nen Scheitel zieht…?

(© Koch Media GmbH)
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Gerüchten zufolge besitzt er den Scheitel heute noch…

Fatality:
Unterhaltsames 70er-Tierhorror-Amusement, für das die Darsteller ihr Leben riskierten. So will es uns jedenfalls eine Texttafel (und in der deutschen Fassung zusätzlich eine männlich-herbe Stimme aus dem Off) weismachen…

(© Koch Media GmbH)

Ob es stimmt, sei mal dahingestellt. Zum großen Finale darf jedoch noch ein Frettchen gegen eine Königskobra antreten – bis dahin erfüllt uns der Streifen mit einem wilden Mix aus klassischem Tier-Horror und skurrilen Mutanten-Grusel. Auch mal was.

Markus Haage

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Über Markus Haage 2111 Artikel
Mein Name ist Markus Haage, Chefredakteur und Herausgeber vom Neon Zombie-Magazin. Es gibt nicht sonderlich viel spektakuläres über mich zu erzählen. Ich führe ein sehr langweiliges Leben. Aber falls es doch jemanden interessiert, freue ich mich immer über einen Besuch meiner Website www.markus-haage.de! Danke im Voraus!