Space Chase – Verfolgung im Weltraum (USA, 1990)

verfasst am 5.Januar 2010 von Markus Haage

„Arnt, zuviel Aufregung verstärkt ihre Häutung.“

Totales Chaos im Weltraum: Der fürchterliche Dr. Chrome hat das Egrin gestohlen – eine unbegrenzte Energiequelle! Ziel: Total domination of space! Einzige Hoffnung: Der pausbäckige Chase, Weltraumheld und Schwerenöter.

(© Madison Video)

Der Weltraum, 2097. Die Menschheit hat es geschafft in klobigen Quadratfrachtern das Universum zu bereisen. Es blieb ihr auch nicht viel anderes übrig, denn Planet Erde ist zugemüllt bis zum Maximum. Doch auch dieser Exodus hat der Menschheit nur einen Zeitvorteil verschafft. Früher oder später ist sie zur Ausrottung verdammt, wenn sie nicht an eine unerschöpfliche Energiequelle herankommt! Zum Glück gibt es Dr. Ivan Intiggin vom Omega Institut! Der hat Egrin entdeckt, eben eine unerschöpfliche Energiequelle! Leider ist es mit unheimlichen Mineralien aus der cineastischen Zukunft immer so eine Sache: zum guten eingesetzt, bringt es Wohl für alle Lebewesen, zum schlechten hingegen Tod und Verdammnis (oder ähnliches…). Und so wird auch dieses Sci-Fi-Drama von einem finsteren Antagonisten getragen, der nur eines im Sinn hat: über das Universum zu herrschen! Und dazu dient ihm Egrin…

(© Madison Video)
(© Madison Video)

Doch das Geheimnis Egrins steckt in Dr. Intiggins Kopp, und den kann man nicht so einfach mitnehmen (naja, vom Prinzip her schon, wäre der Sache aber nicht wirklich dienlich). Also entführt der machthungrige Dr.Chrome Intiggin einfach und versucht aus ihm das Geheimnis Egrins herauszupressen. Denn Dr.Chrome hat nicht nur einen Doktortitel und einem äußerst fetten Sessel in diesem er 90% der Filmzeit verbringt, sondern auch noch ein fettes Raumschiff – inklusive fetter Leibgarde und fetten Laserkanonen.

(© Madison Video)
(© Madison Video)

Die Welt – nein, das Universum – steht nun Kopf. Was tun? Erst einmal wird die lokale Polizeitruppe auf Chrome angesetzt, was sich recht schnell als unnütz herausstellt. Denn gegen Chromes persönlicher Leibgarde haben sie keine Chance, dienten diese doch bereits vorher hohen Tieren der Fantasy-Filmgeschichte. Diese sehen nicht nur so aus wie Skeletors Schergen aus „Masters of the Universe“ (1987), nein, sie sind es auch. Und wer den Film gesehen hat, der wird wissen, dass sie vielleicht nicht unbedingt die fähigsten Mannen im Universum, aber als kollektives Kanonenfutter durchaus zu gebrauchen sind. So auch hier.

(© Madison Video)
(© Madison Video)

Also muss auf unorthodoxe Mittel zurückgegriffen werden und diese sind Raumpilot Ryan Chase und seine kunterbunte Truppen aus gescheiterten Existenzen! Der weibliche Bordcomputer Gloria, der Chamäloid Arnt und Aurorum, Tochter von Professor Intiggin!

(© Madison Video)
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(© Madison Video)
(© Madison Video)

Das Schicksal der gesamten Galaxis liegt nun in den Händen dieser wild zusammengewürfelten Truppe, doch bevor sie Dr. Chrome niederstrecken können, müssen sie erst an Bord seines Schiffes den Professor befreien…

Nur durch Zufall geriet ich an dieses kleine Stückchen Trash-Sci-Fi, welches erst 1992 seinen Weg in hiesige Videotheken fand. Hier wurde es als Massenware von Madison Video (die Jungs die bereits den Summer Slam auf Video bannten) im Bundesgebiet verteilt. Ansonsten hielt sich dieses Werk eher bedeckt. Selbst im Stammland USA, wo mittlerweile ALLES auf einen Silberling gepresst wird, gibt es nicht einmal ein Release jenseits des Magnetbands. Wir wissen alle woran dies liegt, aussprechen brauchen wir es nach 800 Reviews nicht mehr. Ihr habt die Bilder gesehen, ihr wisst was Sache ist. Knallharter Sci-Trash.

„Space Chase“ ist letztlich eine (sehr) Low-Budget-Produktion, die nicht nur den Inhalt, sondern gar die Requisiten aus bekannten Fantasy-Heulern entnimmt. Selbst die Mucke, ein recht wilder Synthie-Beat, versucht den „Imperial March“ nachzuahmen. Der Rest setzt sich wie folgt zusammen: wackelige Studiokulissen, 100 Liter blaues Creme-MakeUp, 50 Plastikraumschiffe und ein Synthesizer. Daraus einen Film zu zimmern erscheint wahrscheinlich vielen als unmöglich. Aber nicht für Nick Kimaz. Es sollte zwar sein erstes und zugleich letztes Werk sein (so sagt es jedenfalls Big Mamma IMDB), aber zollen wir ihm Respekt, da in unserer Wunschvorstellung es ein damals junger strebsamer Nachwuchs-Regisseur war, der anstatt nur zu labern, auch gehandelt hat.

Und wenn dies bedeutet bei Cannon einzubrechen und die Requisite von „Masters of the Universe“ zu mopsen!

Fatality:
Trashfans können reinschalten, alle anderen werden abschalten. Der Streifen bietet genug amüsanten Kram, aber wahrscheinlich bin ich mittlerweile einfach schon zu abgestumpft. Drei Köppe für einen amüsanten und kurzweiligen Sci-Fi-Spaß. Für eine höhere Punktzahl hätte der Streifen härtere Geschütze auffahren müssen…

Markus Haage

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Über Markus Haage 2111 Artikel
Mein Name ist Markus Haage, Chefredakteur und Herausgeber vom Neon Zombie-Magazin. Es gibt nicht sonderlich viel spektakuläres über mich zu erzählen. Ich führe ein sehr langweiliges Leben. Aber falls es doch jemanden interessiert, freue ich mich immer über einen Besuch meiner Website www.markus-haage.de! Danke im Voraus!