IMDb Freedrive: Die IMDb steigt ins Streaming-Geschäft ein

verfasst am 12.Januar 2019 von Neon Zombie

Vor wenigen Jahren revolutionierte der Online-DVD-Verleih Netflix mit ihrem Streaming-Modell die Medienwelt. Mittlerweile besitzt der Service mehr als 137 Millionen Subscriber, hat über eintausend Eigenproduktionen im Programm und investierte alleine im Jahr 2018 rund 13 Milliarden US-Dollar in neue Filme, Dokumentationen und TV-Serien. Die Konkurrenz schläft nicht. Disney wird dieses Jahr mit ihrem eigenen Streaming-Service namens Disney+ die wohl stärkste Konkurrenz für Netflix darstellen. So sind bereits mehrere “Star Wars”-Serien, wie “The Mandalorian”, als auch Marvel Cinematic Universe-Serien in Produktion (mit den Hauptdarstellern aus den Kinofilmen). Auch Warner Bros. kündigte bereits die Entwicklung einer eigenen Plattform an. YouTube produziert schon eigene Serien für ihr Programm (siehe “Cobra Kai”) und Facebook hat unter Facebook Watch im Juni letzten Jahres eigene hochqualitative Produktionen mit Star-Besetzung online gestellt (auch wenn dies kaum Beachtung fand). Sogar öffentliche Büchereien bieten große Streaming-Bibliotheken zu Filmen und Serien an. Die IMDb zieht nun nach und präsentiert unter IMDb Freedrive ihr ganz eigenes Streaming-Modell.

(© IMDb)

Der Clou: Nutzer der Internet Movie Database, kurz IMDb, müssen für die Inhalte nicht bezahlen. Diese sind durch Werbeeinblendungen querfinanziert. Keine neue Idee, aber der direkte Zugriff auf die Filme und Serien rund um die Uhr wird die IMDb als erste Anlaufstelle weltweit für Informationen rund um das Thema Film natürlich stärken. Die IMDb gehört seit 1998 zum Amazon-Konzern und wird demnach auch auf die Ressourcen des Onlinehandel-Riesens zurückgreifen können.

IMDb Freedrive ist derzeit nur für US-amerikanische User bestimmt und die Auswahl ist noch übersichtlich, bei Erfolg wird der Service aber sicherlich ausgebaut werden. Genreperlen wie “Der Exorzist” (1973) oder “Cabal – Die Brut der Nacht” (1989) befinden sich bereits unter den gestreamten Filmen. Die IMDb produziert seit geraumer Zeit auch schon eigene Streaming-Inhalte, die sich allerdings in erster Linie auf News-Programme und simple Talkshows konzentrieren. Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass man dieses zukünftig ebenfalls inhaltlich erweitern wird. Sicherlich auch in direkter Partnerschaft mit dem Mutterkonzern Amazon.

Der Medienmarkt splittet sich immer weiter auf. Netflix, Disney+, Hulu, HBO, CBS All Access, Amazon Video, YouTube Originals, Facebook Watch, Kanopy, Maxdome, Sky Atlantic, die traditionelle TV-Sender und ihre Mediatheken, nun eben auch IMDb Freedrive. Durch die schiere Masse an neuen (und alten) Medieninhalten und Anbietern wird es sicherlich auch zu einer Art Inflation kommen. Der Wert einzelner Werke wird drastisch sinken, wenn diese jederzeit und überall abrufbar sind, was natürlich zu einer Flut an neuen Inhalten führen wird (oder eigentlich schon führt). Es bleibt abzuwarten, wie viele neue Anbieter noch in den Ring steigen werden.

Vielleicht sollten wir mal einen eigenen Channel eröffnen …

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