Mutant Hunt – Die Killerroboter sind los! (USA, 1987)

verfasst am 28.April 2001 von Markus Haage

„Easy come, easy go.“

New York City: im 21.Jahrhundert machen Cyborgs Radau. Keine Panik, nicht euer Haushaltscyborg ist davon betroffen. Es sind die vor Euphoron strotzenden, telepathisch-veranlagten Devo-Borgs, die ihre Arme verlängern können…

(© Highlight Video)

Die Super-High-Tech Firma „Intel Track“ stellt hauptsächlich Arbeitsroboter her (wir befinden uns also in der ZUKUNFT, die allerdings aussieht wie ein leergeräumtes Bürogebäude). An sich ja nichts Außergewöhnliches, aber den Cyborgs des Typs „Delta 7“ (im Film auch als Droiden oder merkwürdigerweise auch als Mutanten bezeichnet…warum?), die anscheinend alle nach der 80er-Band Devo („WHIP IT!“) modelliert wurden, hat man EUPHORON injiziert (sind Cyborgs nicht…Maschinen?). Hierbei handelt es sich um ein Aufputschmittel, welches bei den Cyborgs den Drang auslöst MENSCHEN ZU TÖTEN (WARUM?) – allerdings nur alle 6 Stunden und 12 Minuten (WARUM?)! Durch diese Droge sind die Cyborgs (oder Droiden, …oder Roboter, …oder Mutanten, …oder „Delta 7“-Einheiten, oder…) auch noch vier mal stärker als alle anderen Cyborgs (WARUM?), allerdings fangen sie nach einer gewissen Zeit auch an zu SCHMELZEN (aber…WARUM…?). Die Lage ist also ziemlich heikel, die Menschheit steht vor ihrer Ausrottung (na,ja…) und nur einer kann die vor Euphoron-strotzenden Killer-Cyborgs aufhalten: Matt Riker (dargestellt von Sgt. Kabukiman)!

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Aber auch er muss auf Hilfe zurückgreifen und die findet er in der karatekämpfenden Go-Go-Tänzerin Darla Haynes, gleichzeitig Tochter vom Cyborg-Wissenschaftler Dr. Paul Haynes, Johnny Felix, wandelndes Muskelshirt, der eigentlich den gesamten Film über nur mit verschränkten Armen in der Ecke steht und Z, grüner Kampfanzug auf zwei Beinen mit einem Ultra-Suchsender als Uhr. Diese Drei machen sich auf die Jagd, um die Menschheit zu retten…und die Cyborgs zu vernichten.

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Die Cyborgs scheinen aber eigentlich nicht so eine große Gefahr darzustellen, da sie ungefähr 2 km/h schnell sind, 90% ihrer Leinwandzeit vor sich hinSCHMELZEN und bei einem Schlag ins Gesicht sofort nach hinten fallen. Dafür können sie allerdings ihr Arme verlängern. Auch praktisch. Da die Cyborgs allerdings eine Allergie gegen jede Art von Holz (Stühle, Tischbeine, etc.) und Karate-Kicks haben (und das scheint eine richtig schwere Allergie zu sein, da die Kontrahenten, die hier beim Kampf aufeinandertreffen, sich nie sichtlich berühren), schafft der tollkühne Matt Riker es den Cyborgs den Garaus zu machen.

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Herr im Himmel – was der alte Trash-Haudegen Tim Kincaid uns hier serviert gehört ohne Frage in den Olymp der abseitigen Video-Produktionen der 80er-Jahre. Bereits ein Jahr zuvor lieferte er uns den wahnsinnigen „Robot Holocaust“ ab (heute brennt er unter dem Pseudonym Joe Gage homoerotische Fantasien auf DVD ein) – das er dieses Werk noch toppen könnten, hätte ich nie erwartet. Obwohl – selbst da hat er bereits bewiesen, dass er budget-technisch einen besseren Finanzverwalter gebrauchen könnte, denn auch „Mutant Hunt“ besitzt so manche Szene, die ohne Frage zu den skurillen Highlights der SFX-Kunst der 80er gezählt werden kann. Wenn diese SFX aber 90% des Budgets auffressen und insgesamt nur 2% des gesamten Films einnehmen, dann brauch man sich nicht wundern, dass die restlichen 98% vor der Szenerie eines leergeräumten Bürogebäudes, eines dreckigen Hinterhofes oder einer stillgelegten Fabrikhalle spielen. Ganz zu schweigen von den muskelbepackten Devo-Cyborgs, die durch die Dunkelheit mal lieber OHNE Sonnenbrillen hätten marschieren sollen…denn dann hätte unser Matt Riker auch nicht mehr die Zeit gefunden vor jedem „Kampf“ einen lockeren Spruch abzulassen („It’s time for Rock ’n’ Roll!“). Obwohl, doch nicht. Denn dann hätten wir wohl nie die coolste Reaktion eines echten Machos gehört, wenn eine FRAU aus einem FENSTER stürzt – nämlich: „Easy come – easy go!“. In diesem Sinne…

Fatality:
„Mutant Hunt – Die Killerroboter sind los!“ gehört ohne Frage zu den heimlichen Klassikern der Cyborg-Trasher aus den 80ern. Auf DVD hat es dieses Werk (zumindest in Deutschland) nie geschafft. Die alte VHS-Kassette dürfte auch recht schwer aufzutreiben sein – dennoch sollte jeder Trasher sich schleunigst auf die Suche machen. Der Streifen gehört nicht nur in jede Sammlung, sondern muss von jedem Fan des abseitigen Cyborg-Dramas begutachtet werden. Betonung liegt auf „muss“. Wie sagte der kürzlich verstorbene Trashfilm-Philosoph Hellhaim einst: „Keep it real trash!“ – und hier wird der Trash richtig real gekeept! Volle Schädelzahl für Schmelzattacken, Pseudoprügeleien, coole Sprüche und fiese Mienen.

Markus Haage

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Über Markus Haage 2105 Artikel
Mein Name ist Markus Haage, Chefredakteur und Herausgeber vom Neon Zombie-Magazin. Es gibt nicht sonderlich viel spektakuläres über mich zu erzählen. Ich führe ein sehr langweiliges Leben. Aber falls es doch jemanden interessiert, freue ich mich immer über einen Besuch meiner Website www.markus-haage.de! Danke im Voraus!