Spookies – Die Killermonster! (USA, 1985)

verfasst am 11.Januar 2009 von Markus Haage

„Der Sohn eines Magiers muss lernen mit dem Tod umzugehen, um die Kraft des Lebens zu kontrollieren. Dies ist die Quelle unserer Macht.“

Nebel zieht auf, absurde Monstren eiern durchs Treppenhaus. Schnauzbärten wird von Spinnen-Frauen das Blut aus der Birne gesogen, ein Gummi-Sensenmann mit rot-leuchtenden Augen tritt Türen ein, ein Werewolf jagt Kinder durch den Forst, halb-verweste Latex-Leichen kippen aus Schränken hervor. Willkommen bei…

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Kreon, ein im Keller hockender Magier, braucht Blut. Frisches Menschenblut, damit seine Braut Isabella, die seit Anno Domini Irgendwas in einem Sarg verweilt, irgendwann wieder von den Toten erwacht.

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Glücklicherweise schauen ein paar Party-Peeps um die Ecke und durchstreifen Kreons Bude. Hierbei stoßen sie nicht nur wackelige Kulissen um, sondern auch noch auf ein Oujia-Brett. In den 80ern neben Rockplatten mit satanischen Versen, die man rückwärts abspielen konnte, eine ganz große Nummer. Selbstredend benutzen sie das Brett (wenn man schon mal da ist…) und so geht Kreons düsterer Plan in Erfüllung…

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Während die Gruppe von absurden Monstren durch das halbe Haus gejagt wird, erwacht Isabella indes aus ihrem Schlaf. Doch Kreon hat sich verkalkuliert – Isabella ist weder von seinem Äußeren, noch von der Idee von den Toten aufzuwachen und als seine Geliebte ihre restliche Lebenszeit (sprich: die Ewigkeit) zu verbringen, sehr angetan. Kreon ist verstimmt – erwartete er doch Isabellas bedingungslose Liebe, doch diese büchst aus, nachdem sie von Kreon erfahren hat, das dieser mit ihr ein Kind zeugte – während sie ihrem Sarg schlief. Da hat der alte Schelm Kreon wohl ab und zu heimich an ihrer Muffe geschnüffelt…das Ergebnis ist eine blau-angepinselte Göre mit Gummigebiss.

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Während Isabella nun durch die Verliese Kreons rumpelt, rumpeln die Monstren oben durchs Treppenhaus. Hier wird die halbe Filmgeschichte abgegrast – sowie den Wahnvorstellungen der kompletten Design-Crew freien Lauf gelassen…

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Das die Gruppe an jungen Menschen auf ein Minimum reduziert wird, dürfte keine Überraschung sein. Das Isabella bei ihrem Fluchtversuch, sowie Kreons magische Scheererei und das Getöse im Treppenhaus nichts miteinander gemein haben hingegen schon. Denn was sonst nur in absoluten Ninja-Krachern aus den 80ern praktiziert wird, trifft auf „Spookies – Die Killermonster!“ auch zu: wir haben es hier mit zwei unterschiedlichen Filmen zu tun…!

Während der Produktion hat Produzent Michael Lee das Drehbuch-Trio Thomas Doran, Brendan Faulkner und Frank M. Farel gefeuert. Ergebnis: ein unfertiger Streifen names „Twisted Souls“. Regisseurin Eugenie Joseph wurde beautragt daraus einen fertigen Film zu schustern. Da allerdings der Großteil der Crew mit dem Abgang von Doran, Faulkner und Farel nicht einverstanden waren, weigerten sie sich weiterhin am Film mitzuwirken. Also wurde eine Zweitstory zusammengeschrieben, die, die fehlenden 40 Minuten füllen sollte. Bedeutet also: die Spookies und Kreon haben nichts miteinander zu tun. Die eigentliche Story dreht sich um die Party-Peeps, die durch Benutzung des Ouija-Bretts wabbelige Monstren freilassen. Die Zweitstory umfasst Kreon, der mal wieder an ’ner lebendigen Muffe schnüffeln will. Deswegen verwundert es auch nicht, dass alle 2 Minuten ein Monster aus einer Ecke hervorplatzt – damit das Hirn nicht zur Ruhe und zum Nachdenken kommt…

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Wer die Latex-Mutilation überlebt, der darf sich am Ende noch an einen aus dem Grab platzenden Kreon erfreuen…wah!

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Fatality:
Wo andere Filme Zeit für Charaktere und Story investieren, nutzt „Spookies – Die Killermonster!“ dies um wilde Gummi-Monstren über den Bildschirm zu jagen. Gut, wir wollen diesbezüglich der Crew gutheißen, dass sie zumindest versucht hat, den eigentlichen Film durch ausgedehnte Nachdrehs zu retten. Deswegen vier Köppe für ein recht unbekanntes und unscheinbares Getöse aus den Tiefen der 80er – ohne zusammenhängende Story, dafür mit einem grummeligen Gummi-Freak-Exzess. „Wenn sie angreifen, zerreißt es dich!“ lautet die Werbezeile. Wohl wahr, wohl wahr.

Markus Haage

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Über Markus Haage 2109 Artikel
Mein Name ist Markus Haage, Chefredakteur und Herausgeber vom Neon Zombie-Magazin. Es gibt nicht sonderlich viel spektakuläres über mich zu erzählen. Ich führe ein sehr langweiliges Leben. Aber falls es doch jemanden interessiert, freue ich mich immer über einen Besuch meiner Website www.markus-haage.de! Danke im Voraus!