Avatar – Für Chinesen nur noch in 3D

verfasst am 19.Januar 2010 von Markus Haage

Folgende News wurde ursprünglich für Schnittberichte.com von mir verfasst und befindet sich lediglich der Vollständigkeit halber in unserem Archiv.

Das James Camerons „Avatar“ sich zu einem weltweiten Phänomen entwickelt hat, dürfte jedem Filmfan mittlerweile bewußt sein. 1,6 Milliarden Dollar hat Camerons Weltraum-Mär bisher eingespielt – nach nur 5 Wochen Laufzeit. Der „Titanic“-Rekord wird wohl mit dem nächsten Wochenende fallen, die 2-Milliarden-Grenze wird in den kommenden 2 – 3 Wochen geknackt. Auch in China bricht der Film sämtliche Besucherrekorde – 75.580.571 Dollar setzte er hier bereits um – zum Vergleich: Emmerichs „2012“ schaffte in seinem gesamten Run runde 80.000.000 Dollar. Dieser immense Erfolg scheint für die chinesische Regierung nun Grund genug zu sein, „Avatars“ Run massiv einzuschränken.

Seit mehreren Tagen werden chinesische Kinobetreiber aufgefordert, den Film aus ihrem Programm zu nehmen. Ab dem 23.Januar darf „Avatar“ dann nur noch in 3D-Kinos aufgeführt werden (de facto der kommerzielle Tod des Films, da 3D-Kinos in China noch nicht sehr weit verbreitet sind). Hauptgrund hierfür ist nicht nur die immense Beliebtheit des Films, der den gesamten Erfolg des kommenden chinesischen Dramas „Konfuzius“ bedroht (ein Film der als nationales Epos von der chinesischen Regierung angekündigt wurde). „Avatar“ wird von den Behörden aufgrund seiner unerwarteten Beliebtheit auch als eine Gefahr für die nationale Sicherheit gewertet, da der Kampf der NaVi gegen ihre menschlichen, profit-orientierten Invasoren angebliche Parallelen zur chinesischen Regierung bietet. China befindet sich in einer der größten Transformationsprozesse seiner Geschichte, bis zum Jahre 2025 werden zirka 350 Millionen Menschen vom Land in die Städte umsiedeln oder (mit freundlicher Unterstützung) umgesiedelt werden. Seit Jahren werden ganze Landstriche umgestaltet, komplette Dörfer und Städte für moderne Metropolen dem Erdboden gleichgemacht – bekanntestes Beispiel für Chinas massive Transformations-Projekte dürfte wohl der berühmte Drei-Schluchten-Staudamm sein, für den bisher mehr als 6 Millionen Menschen umgesiedelt werden mussten.

Die China Film Group, quasi der Interessen-Vertreter der chinesischen Regierung in filmischen Angelegenheiten, hat bisher dazu keine weitere Stellung bezogen und es darf angenommen werden, das dies auch in Zukunft nicht geschehen wird – denn „Avatar“ läuft ja weiterhin in den Kinos, wenn auch nur in 3D (und damit sehr stark begrenzt) – ein reines Aufführverbot existiert somit nicht.

Markus Haage

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Mein Name ist Markus Haage, Chefredakteur und Herausgeber vom Neon Zombie-Magazin. Es gibt nicht sonderlich viel spektakuläres über mich zu erzählen. Ich führe ein sehr langweiliges Leben. Aber falls es doch jemanden interessiert, freue ich mich immer über einen Besuch meiner Website www.markus-haage.de! Danke im Voraus!