Nur mal so am Rande: Stake Land (Vampire Nation)

verfasst am 13.September 2011 von Markus Haage

Da ich eben mit zig Projekten nebenbei eingedeckt bin, dauert’s noch ein bissel, bis neue Review-Ware auf euch zu kommt (abgesehen von der Tatsache, dass noch 900 alte Reviews hochgeladen werden müssen), dennoch möchte ich kurz auf einen absolut fantastischen Vampir-Horror hinweisen, der auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest lief und etwas untergegangen zu sein scheint. Der Streifen hatte wohl sogar eine reguläre Kinoauswertung in Deutschland – aber irgendwie zog dies komplett an mir vorbei. Vielleicht liegt dies daran, dass der Verleih – aus welchen Grund auch immer – dem Streifen einen neuen (etwas unglücklich gewählten) englischen Titel gab. STAKE LAND war der Originaltitel, der dt. Vertrieb/Verleih wählte nun den Titel VAMPIRE NATION für den dt. Markt (und kreierte auch sogleich das typisch-deutsche Warenhaus-Photoshop-Cover, obwohl das Original-Filmplakat perfekt ist).

Schon merkwürdig – denn STAKE LAND wollte ich ewig sehen. Insbesondere aufgrund seines harten Teaser Trailers (der mehr eine Art Promo-Clip ist – und wirklich nichts mit dem fertigen Film zu tun hat – von der Machart)…

…aber VAMPIRE NATION war mir unbekannt (und zog somit an mir vorbei). Von daher ist es vielleicht auch gar nicht so verkehrt, an dieser Stelle darauf hinzuweisen. Vielleicht gibt es noch einige andere, die sich wundern wann den STAKE LAND endlich nach Deutschland kommt. Er ist quasi schon da – und ab dem 30.September auch hier auf DVD/Blu-ray zu erhalten.

Mit langen Inhaltsangaben will ich mich an dieser Stelle nicht aufthalten. Dafür muss der Trailer her:

Was mich an STAKE LAND besonders beeindruckt hat, war, dass der Film so anders gewesen ist, als ich ihn mir vorstellte. Es ist keine Endzeit-Action. Kein wirklicher Horrorstreifen. Eher ein Drama. Keine Horden von Vampiren regieren. Ihr Auftreten und ihre Attacken sind relativ spärlich, aber effektiv gesäht. Dem Regisseur war es wichtig Atmosphäre aufzubauen. Die Kameraarbeit ist absolut brilliant. Vor allem in den ruhigen Szenen. Ebenso die Musik. Für einen reinen Independent-Film aus dem Horrorbereich war ich qualitativ überwältigt. Die inhaltlichen Anleihen aus Filmen wie THE ROAD kann man nicht verneinen, STAKE LAND gibt diesem aber einen eigenen Touch und kann für sich alleine stehen. Es ist nicht alles gelungen – aber dies liegt wohl eher am geringen Budget – und ich sehe darüber gerne hinweg. Denn, wie ich erwähnte, es sind nicht die Vampire, der vermeintliche Aufhänger, die hier den größten Eindruck hinterlassen. Es ist die ganze Umsetzung, die Atmosphäre, die kreative Arbeit dahinter, die mich begeistert hat. Allerdings bin ich mit dem Independent-Film quasi sehr tief verwurzelt. Ich sehe es vllt. aus einer etwas anderen Perspektive, nicht nur weil ich seit Jahren auf Indie-Sets abhänge (auch in den USA) und ich mich gerade für diese Art des Filmemachens persönlich interessiere. Ganz frei (und objektiv oder neutral) bin ich somit nicht – und ein Teil meiner Begeisertung geht auch auf meine persönlichen Erfahrungen in diesem Bereich zurück. Deshalb sag’ ich es kurz und knapp: IMHO verdient dieser Film weitaus mehr Aufmerksamkeit. Wer sich ein eigenes Bild machen möchte, ab 30.September gibt es den Streifen auf DVD/Blu-ray.


Ob man ihnn gleich kaufen muss, sei dahingestellt. Meine Bestellung ist draußen, aber ich denke einen Videotheken-Besuch ist er allemal wert – oder wenn ihr Glück habt, läuft der Film noch in einem Kino eurer Nähe.

Aufgrund des großen Publikumserfolgs, gilt eine Fortsetzung für sicher. Ob dies negativ oder positiv ist, möchte ich an dieser Stelle nicht sagen, denn der Film überraschte mich so sehr, dass ich ein Sequel einfach unvoreingenommen auf mich zukommen lassen möchte – genauso wie ich vollkommen unerwartet und unvoreingenommen in diesen Film gestolpert bin.

Markus Haage

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Mein Name ist Markus Haage, Chefredakteur und Herausgeber vom Neon Zombie-Magazin. Es gibt nicht sonderlich viel spektakuläres über mich zu erzählen. Ich führe ein sehr langweiliges Leben. Aber falls es doch jemanden interessiert, freue ich mich immer über einen Besuch meiner Website www.markus-haage.de! Danke im Voraus!