Stryker (USA, 1983)

verfasst am 13.Oktober 2000 von Markus Haage

„Der letzte Krieg brach aus Versehen aus. Wessen Schuld es war, weiß niemand.“

Zack, falscher Knopp gedrückt und aus der Erde wird Tattooine.

(© Cannon Video)

Der komplette Planet wurde in eine radioaktive Müllhalde verwandelt und niemand weiß warum. Keine Zivilisation mehr. Nur noch Wüste und Mopeds. Ebenfalls kein Wasser. Entweder radioaktiv verseucht oder verdampft im nuklearen Feuersturm. Dazwischen Stryker – einsamer Held mit Maschinengewehr und enger Hose – und die letzte Frischwasserquelle, welche sich auf mysteriöse Weise auf einer Bergspitze befindet und von einer Horde alter Männer mit Rauschebart als erlösendes Symbol einer neuen Ära verklärt wird. Um diese dürfen sich alle Beteiligten kloppen – Endzeit-Schurken in Lack und Leder, Amazonen mit Flitzebögen und Schulterpolstern, sowie Wüstengnome mit Gerümpel. Technisch unterstützt werden sie hierbei von Trikes, Panzern, sowie unzähligen Rauchbomben.

(© Cannon Video)
(© Cannon Video)

Der Filmfreund weiß sofort: Inhaltlich ist hier kein Appel zu klauen – von daher können wir beruhigt unsere Checkliste herausholen.

(© Neon-Zombie.net)

Die Checkliste hat sich (mal wieder) bewährt – Eigenheiten der Story nochmal zum mitschreiben: Ein Film um einen apokalyptischen Wüstenveteranen, eine hübsche Dauerwelle, einem Bösewicht mit Hakenarm und kleinen Wüstenzwerge. Die Story ist dabei klar: Atomares Vorgeplänkel, friedliebende Gemeinschaft wird bedroht, Stryker bufft sie alle raus. Das hierbei ordentlich von anderen Endzeitschinken abgeschaut wurde, brauche ich nicht zusätzlich zu erwähnen. Von daher stellt sich für den geneigten Fan nur die Frage: Was hat der Streifen drauf?

Die Actionszenen sind eine Wohltat für Freunde alter Trashfilme: Karabiner, Purzelbäume, Rauchbomben, Maschinengewehre, Sandbuggys, Trucks, Stirnbänder, Lederkluft, Nietengürtel, Explosionen und Panzer. Die musikalische Untermalung besteht aus besten 80er-Synthie-Gekloppe, Schauspielerisch wird hier nichts gerissen. Muss auch nicht, da eh alle zwei Minuten eine Verfolgungsjagd stattfindet. Ansonsten darf man sich über das Setting erfreuen, denn der Streifen wurde komplett auf den Philippinen heruntergekurbelt. Ein Unikum unter dem gemeinen Endzeit-Trasher, der ansonsten heimlich auf italienischen Kiesgruben entsteht.

(© Cannon Video)
(© Cannon Video)

Ach, ja: Strykers Matte wackelt lustig, wenn er mit dem M-60 rumballert.

Fatality:
Ur-Endzeit-Trash, der sich ganz auf seine Actionelemente verlässt. Mindestens drei Köppe wert, aber was soll der Geiz? Wir haben Rezession, deswegen schnürren wir unser Endzeit-Konjunkturpaket und machen vier draus. Die Zwerge mit den MGs sind’s allemal wert.

Sand: 2%
Locken: 8%
Rauchvergiftung: 90%

Markus Haage

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Über Markus Haage 2113 Artikel
Mein Name ist Markus Haage, Chefredakteur und Herausgeber vom Neon Zombie-Magazin. Es gibt nicht sonderlich viel spektakuläres über mich zu erzählen. Ich führe ein sehr langweiliges Leben. Aber falls es doch jemanden interessiert, freue ich mich immer über einen Besuch meiner Website www.markus-haage.de! Danke im Voraus!