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„The Flash“ (USA, 2023)

verfasst am 16.Juni 2023 von Markus Haage

(© 2023 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved. TM & © DC.)

Neun Jahre befand sich „The Flash“ in Produktion; auf über 220 Millionen US-Dollar soll das Budget gestiegen sein. Ursprünglich als erster großer Höhepunkt des sogenannten DCEU gedacht, war es zwischenzeitlich der Exit und stellt nun das Finale dar. Alpha und Omega in einem Film.

Offizielle Synopsis: Barry setzt seine Superkräfte ein, um vergangene Ereignisse zu manipulieren. Doch bei dem Versuch, seine Familie zu retten, verändert er versehentlich die Zukunft – und sieht sich plötzlich in einer Realität gefangen, in der General Zod zurückgekehrt ist, mit totaler Vernichtung droht und es keine Superhelden gibt, die zu Hilfe kommen könnten. Barrys einzige Hoffnung besteht darin, einen völlig anderen Batman aus dem Ruhestand zurückzuholen und einen gefangenen Kryptonier zu befreien.

Ein Cinematic Universe soll mit einem großen Knall beendet werden. Fast zehn Jahre nachdem mit Zack Snyders „Man of Steel“ (2013) das erste Kapitel des sogenannten DC Extended Universe (fortan: DCEU) in die Kinos kam, soll mit „The Flash“ (2023) nun das offizielle „Ende“ eingeläutet werden. Der Film befand sich seit neun Jahren in der Produktion, wurde anno 2014 erstmalig angekündigt, und verstand sich zeitweise als erster Höhepunkt des neuen Comic-Universums, dann als Exit aus dem DCEU und jetzt als das Grand Finale. Dies lag in der wilden Historie des DCEUs begründet. Ursprünglich wurden weder Kritiker noch Publikum mit Zack Snyders teils exzentrischer Vision warm. Ein ewiger Vergleich mit dem anscheinend massentauglicheren Marvel Cinematic Universe wurde angestellt, der Snyder in aller Konsequenz letztlich gar zum Rücktritt zwang. Nicht nur als Regisseur und Produzent, sondern auch Godfather des DCEUs. Sein Film „Justice League“ (2017) wurde sogar radikal neu inszeniert. Herausgekommen war ein kraftloses Schnittmassaker, welches zwar noch knapp 700 Millionen US-Dollar einspielen konnte (nicht inflationsbereinigt), heutzutage allerdings als Tiefpunkt des DCEUs angesehen wird. Erst 2021 gab der Pay-TV-Sender HBO Zack Snyder die Chance, seinen Film abzuschließen. Mit „Zack Snyder’s Justice League“ (2021) erschien im Frühjahr 2021 ein vierstündiges, majestätisches Monstrum, das immerhin die ursprüngliche Vision rekonstruieren konnte, auch wenn seine eigentliche Geschichte wohl nie beendet werden wird.

Das SnyderVerse, wie Fans die Filme bezeichnen, die unter Snyder entstanden, war kommerziell nie ein Misserfolg, auch wenn dies oft so kolportiert wurde. Selbst der viel gescholtene „Suicide Squad“ (2017), der ein ähnliches Schicksal ereilte wie „Justice League“, konnte inflationsbereinigt fast eine Milliarde weltweit einspielen. Dennoch reichte dies nicht. Es ging besser (oder massentauglicher). Es ging mehr. Dies bewies das MCU. Für die Führungsriege von Warner Bros. war dies die Messlatte, die man erreichen musste. Schließlich war es über Jahrzehnte DC Comics und Warner, die das Superheldenkino mit Klassikern wie Richard Donners „Superman – Der Film“ (1978), Tim Burtons „Batman“ (1989) oder Christopher Nolans „The Dark Knight“ (2007) weltweit bestimmten.

Tim Burtons „Batman“ gilt als einer der einflussreichsten Superhelden-Filme aller Zeiten.
(© 1989 Warner Bros. Entertainment Inc.)

Doch man wollte wohl zu schnell zu viel. Anstatt ein Universum wachsen zu lassen, wollte man gleich voll durchstarten. Oft vergessen: Der Erfolg von Marvel Studios kam nicht über Nacht. „Iron Man“ (2008) stellte einen Überraschungshit dar, den niemand wirklich auf dem Schirm hatte, aber bereits der zweite Film, „Der unglaubliche Hulk“ („The Incredible Hulk“, 2008), blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Das dritte Werk, „Iron Man 2“ (2010), galt zeitweise als schlechtester Marvel-Film und die Origin-Filme „Thor“ (2011) und „Captain America: The First Avenger“ („Captain America“, 2011) waren zwar populär, aber weit davon entfernt als große Hits oder Blockbuster bezeichnet zu werden. „Captain America: The First Avenger“ spielte weltweit gar „nur“ 370 Millionen US-Dollar ein (nicht inflationsbereinigt). Erst Joss Whedons „The Avengers“ (2012) änderte alles. Es war ein langer Weg, sechs Filme über mehrere Jahre. Das MCU durfte Fehler machen, sich korrigieren und reifen, das DCEU eben nicht. „Zack Snyder’s Justice League“ sollte ursprünglich durch zwei Origin-Filme, „Cyborg“ und eben „The Flash“, als auch das Spin-Off „Suicide Squad“ inhaltlich vorbereitet werden (in David Ayers ursprünglicher Schnittfassung von „Suicide Squad“ ist Steppenwolf der Antagonist, der nach den Mutterboxen sucht). Als „Justice League“ in Produktion ging, war das Werk nicht nur als ein Zweiteiler geplant, sondern musste auch unheimlich viel inhaltlichen Ballast abarbeiten. So auch die Entstehungsgeschichten zahlreicher Heroen. Dies alles wurde letztlich eingestampft, mit dem bekannten Ergebnis: Joss Whedons sinnfreier Kinofassung von „Justice League“.

Nach dem Rauswurf von Zack Snyder versuchte man mit mehreren Produktionen das Ruder herumzureißen, was laut der Führungsregie eben massentauglichere Filme bedeutete. Teilweise gelang dies mit überraschendem Erfolg – „Aquaman“ (2018) spielte weltweit mehr als eine Milliarde US-Dollar ein –, doch die kommerziellen Misserfolge überwogen. Es gab immer noch keinen Plan, kein Konzept, keinen einheitlichen Stil mehr. Filme wie „Wonder Woman 1984“ (2020) ignorierten sogar vollkommen unnötig den etablierten Kanon des SnyderVerse. Das eigentliche DCEU entstand, mit Filmen, die irgendwie zusammenhängen könnten, aber nicht müssen. Darauf verwies auch James Gunn, der mittlerweile als Chef von DC Films mit „Superman: Legacy“ (2025) ein neues Cinematic Universe erschaffen will. Rückblickend ist es kaum vorstellbar, dass Werke wie „Batman V Superman: Dawn of Justice“ (2016), „Black Adam“ (2022) oder „Shazam! Fury of the Gods“ (2023) in demselben Universum spielen sollen. Dieser Problematik war sich auch Warner mittlerweile bewusst und hatte bereits eine Art von Exit-Strategy in der Hinterhand: „The Flash“. Ein Film über einen Helden, der dank seiner übernatürlichen Kräfte ganze Universen verändern kann.

Die Kostüme bleiben eng anliegend.
(© 2023 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved. TM & © DC.)

Bereits 2014 wurde „The Flash“ von Warner Bros. angekündigt – damals noch als Origin-Film, der vor „Justice League“ spielt –; 2016 sollte der Film ursprünglich in die Kinos kommen. Doch der erwähnte Tumult um das SnyderVerse verhinderte dies. Immer und immer wieder. Paradoxerweise wohl auch, weil die Umsetzung der extrem populären Flashpoint-Storyline für einen möglichen Flash-Film die inhaltlich sinnvolle Option bot, einen echten Reboot hinzulegen, ohne vorangegangene Werke ignorieren zu müssen. Flashs Fähigkeit schneller als das Licht zu rennen und damit zurück in die Zeit zu reisen, ist für einen solchen Game-Changer prädestiniert. Die Frage war lediglich, wann man dies mit welchen konkreten Konsequenzen vollführen will. Mit der Bekanntgabe der Neugründung von DC Films im Herbst letzten Jahres und der Kündigung der gesamten alten Führungsriege, ist der Zeitpunkt wohl gekommen. Insgesamt drei unterschiedliche Enden wurden für „The Flash“ gefilmt. Eines sollte zum Origin-Film „Batgirl“ (2022) mit Michael Keaton in der Hauptrolle führen, der abgedreht, aber nie veröffentlicht werden wird. Auch wenn mit „Blue Beetle“ (2023) und „Aquaman and the Lost Kingdom“ (2023) noch zwei weitere Filme erscheinen werden, soll „The Flash“ nun das definitive Ende sein.

Mit einem wahnsinnigen Budget von 220 Millionen US-Dollar ausgestattet (plus globale Marketingkosten), startete „The Flash“ nach neun Jahren Development Hell Mitte Juni 2023 in den Kinos. Wenn die Angaben über die Produktionskosten stimmen – und es deutet viel darauf hin –, so ist die elendig lange Produktionshistorie sicherlich der Hauptgrund dafür. „The Flash“ darf nicht versagen. Nicht einmal, weil Warner mehr als fünfzig Milliarden US-Dollar Schulden hat und die Einnahmen tatsächlich dringend benötigt, sondern weil der Film die Vergangenheit endgültig abschließen, die mittlerweile zersplitterten Fan-Communities besänftigen und die Zukunft des DC-Film-Universums einleiten muss. Vieles, wenn nicht alles, hängt von Erfolg oder Misserfolg des Werks ab.

Wir leben in einem Zeitalter, in dem die wildesten Fantasien in fotorealistischer Qualität (auch dank K.I.) an einem Heimrechner umgesetzt werden können. Die Zukunft der großen Filmstudios liegt in I.P.s, die sich vollends in ihrem Besitz befinden. Nur Lucasfilm kann „Star Wars“ inszenieren, nur Marvel Studios kann die Abenteuer von Captain America und Iron Man umsetzen. Dies wird bald den einzigen Unterschied machen. Demnach muss „The Flash“ funktionieren. Die Marke D.C. ist zu wertvoll. Alles muss nach dem Motto „Failure is not an option“ laufen. Damit dieses gelingt, wurden in der Promotion sämtliche Register gezogen. Fan-Screenings auf Conventions veranstaltet; Hollywood-Stars, die vom „besten Comicfilm aller Zeiten“ sprachen, herangeholt. Der Film ist zum Erfolg verdammt. Nicht einmal kommerziell, denn die 220 Millionen Dollar sind durch den Kino-Run wohl kaum reinzuholen („The Flash“ müsste weltweit mindestens 600 Millionen einspielen, um halbwegs rentabel zu werden), sondern vor allem inhaltlich. Warner Bros. benötigt ein Finale und Crowd-Pleaser zugleich – insbesondere jetzt, wo das MCU schwächelt –, ein Bindeglied zwischen SnyderVerse, DCEU und radikalen Neuanfang, der alle Zuschauergruppen bedienen kann. „The Flash“ muss nicht einmal eine echte Geschichte erzählen, der Film besitzt in erster Linie eine Funktion und kennt damit nur eine Richtung: Reboot.

Um dieses zu vollführen, muss der Titelheld erst einmal den größtmöglichen Schaden anrichten. Ähnlich wie Peter Parker (Tom Holland) in „Spider-Man: No Way Home“ (2021) soll dies natürlich aus dramaturgisch nachvollziehbaren Gründen geschehen. Barry Allen (Ezra Miller) will in die Zeit zurückreisen, um den Mord an seiner Mutter und damit auch die falsche Verurteilung seines Vaters zu verhindern. Doch Zeitreisen sind trickreich; verändert man nur ein kleines Detail in der Vergangenheit, so verändert man die gesamte Gegenwart. Barry muss schnell lernen, dass er seine Passionsgeschichte als Superheld nicht beeinflussen kann, ohne dass es gravierende Folgen haben wird. Die Zeit wurde manipuliert, Multiversen eröffnen sich nun. In einer alternativen Zeitlinie steckt er jetzt fest und diese besitzt das Potenzial alles zu vernichten, wenn sein heroisches Alter Ego namens Flash es nicht aufhält. Unterstützung erhält er hierbei nicht nur von seinem alternativen Ich, sondern auch von einem altbekannten Helden in Pension: Batman (Michael Keaton), der – im wahrsten Sinne des Wortes – aus der Zeit gefallen ist.

Michael Keaton kehrt als Batman zurück.
(© 2023 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved. TM & © DC.)

Das Engagement von Michael Keaton ergibt durchaus Sinn. Sein Batman ist legendär, Tim Burtons Film ein Klassiker und Meilenstein des Superhelden-Kinos, welcher mit den aktuellen Produktionen kaum vergleichbar ist. Und dies spürt man. So sehr man die Rückkehr Keatons auch zelebrieren möchte, so sehr wirkt seine Präsenz wie ein Fremdkörper. Er passt nicht in die farbenfrohe Welt dieses Films. Sein Gotham City existiert nicht mehr – wobei angemerkt werden muss, dass trotz einiger Easter Eggs nie explizit gesagt wird, dass es auch tatsächlich DER Batman aus dem 1989er-Film ist –; entweder ist es untergegangen oder wird schlichtweg ignoriert.

Keatons Batman erfüllt damit nur einen einzigen Zweck: Er soll Aufmerksamkeit generieren. Die Macher sind sich dessen selbstredend vollends bewusst und erklärten ihn auch zum Kern des Marketings. Alle großen One-Liner in den Trailern referenzierten Burtons Werk („Let’s get nuts.“) und auch die Poster-Kampagnen waren sich dessen ikonischen Wert vollends bewusst. Doch leider mag es nicht wirklich überzeugen. „The Flash“ konstruiert hier eine alternative Welt, deren Charaktere und Ereignisse ein Mix aus vollkommen unterschiedlichen Universen darstellen. Michael Shannons Zod aus Snyders „Man of Steel“ terrorisiert Keatons Welt aus Burtons „Batman“. Eine Idee, die auf dem Blatt Papier vielleicht hervorragend funktioniert, in der filmischen Realität aber wenig überzeugen kann. Hierzu hätte es einen weitaus größeren Mut zu gestalterischen Abänderungen oder Evolutionen geben müssen, um diese beiden Welten wirklich sinnvoll zu kombinieren. Vielleicht hätte jemand bei Terence Stamp anrufen sollen …

Damit es auch jeder weiß: Batman ist wieder da.
(© 2023 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved. TM & © DC.)

Damit Batman und die beiden Barrys nicht alleine gegen Snyders Kryptonier in die Schlacht ziehen müssen, wird ihnen Supergirl zur Seite gestellt. Selbstredend eine alternative Version, die in diesem Universum von den Russen gefangen gehalten wird. Auch sie lehnt sich stark an Snyders Vision an, kann aber durch ihren (minimalen) Charakterbogen eine gewisse Eigenständigkeit präsentieren, die in vielen Momenten gar Keatons Batman überstrahlt. Ihre Storyline bietet unheimlich viel Potenzial, welches allerdings aufgrund des rasanten Erzähl-Rhythmus kaum genutzt werden kann. Zur Erinnerung: Der Film muss auf ein Reboot hinarbeiten und alles, was passiert, muss sich diesem einen Zweck unterwerfen. Von daher ist ihr Leidensweg letztlich auch irrelevant.

Demnach dürfte es auch wenig überraschen, dass die großen Action-Setpieces keine echte dramaturgische Relevanz besitzen und inszenatorisch auch wenig überzeugend sind. Die größte Schwäche des Films stellen die Effekte dar. Das folgende Presse-Foto kann dafür als Exempel herhalten. Und vielleicht auch als Indiz für den Druck, der auf der Produktion und dem Studio lag. Zeitweise wirkt es, als ob man bei der Nachproduktion den Stecker gezogen hätte. Die inszenatorische Qualität zwischen den ruhigen Momenten und den großen Set-Pieces, die gefühlt rund 40 % des Films einnehmen, ist demnach gewaltig. Damit verliert „The Flash“ leider an Glaubwürdigkeit und somit zuweilen auch an dramaturgischer Kraft.

Die neue Trinity. Zumindest kurzfristig.
(© 2023 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved. TM & © DC.)

Der Film ist gespickt mit teils überraschend infantilen Gags, rast von Set-Piece zu Set-Piece, will große Actionmomente kreieren, die den teils bizarren Fähigkeiten des Titelhelden Tribut zollen, und wiederum alte Ikonen zelebrieren. Ezra Miller, als eigentlicher Mittelpunkt der Handlung, der sämtliche extravagante Ideen und Plot-Points zusammenhalten muss, wird dieser komplexen Herausforderung auch gerecht. Nicht nur, weil er im Grunde zwei Hauptrollen gleichzeitig spielt, sondern, weil sein komödiantisches als auch dramatisches Talent stets durchschimmert. Der Film nimmt sich bloß nicht die Zeit, dies voll auszuschöpfen. „The Flash“ hätte „Die Konstante“ („The Constant“), die fünfte Episode der vierten Staffel der Serie „Lost“ (2004–2010), sein können, stattdessen ist es eine Jahrmarktsattraktion, die besonders zum Ende hin im Minutentakt mit nostalgischen Schauwerten aus Jahrzehnten an Superhelden-Filmen begeistern will. Der Höhepunkt des Finales stellt eine digitale Geisterbahnfahrt vergangener Momente dar.

Der Zuschauer soll regelrecht daran erinnert werden, warum Warner und DC einst die Königsklasse des Superhelden-Kinos darstellten. Die sogenannte Krono-Sphäre, der visuelle Zeitstrudel, in dem sich Flash befindet, präsentiert sich als Showreel, das sich inhaltlich nicht an die Protagonisten der Handlung, sondern eigentlich eher das Publikum richtet, und Alpha und Omega zugleich ist. Alles ist jetzt Kanon – Donners „Superman – Der Film“, Burtons „Batman“, Szwarcs „Supergirl“, das SnyderVerse, selbst die Serials der 1940er-Jahre und in der Vorproduktion gescheiterte Werke –, nichts wird mehr negiert. Damit durchbricht der Film in gewisser Hinsicht nicht nur die vierte Wand, sondern offenbart vollends seine eigentliche Bedeutung: Es gibt kein Ende, es gibt keinen Anfang, sondern nur noch ein Mittendrin. Alles auf einmal, zu jeder Zeit. Es ist ein Exit, ein Befreiungsschlag und eine Anerkennung zugleich. Keine Fangemeinde darf ignoriert werden, jede Interpretation soll ihren Platz haben. Nach dem letzten Universum ist lediglich vor dem nächsten Universum.

„The Flash“ hat damit seine eigentliche Funktion erfüllt. Er muss keine packende Geschichte erzählen, nicht einmal inszenatorisch glänzen, sondern nur einen Aufhänger besitzen, um einen unterhaltsamen Reboot zu vollziehen, welcher alle Fan-Gemeinden weltweit auf einmal zufriedenstellen soll, da er sich paradoxerweise weigert echte Konsequenzen zu etablieren. Alles geht, nichts muss. Künstlerisch mag man dies monieren. Der Film „befreit“ sich nämlich endgültig von den definitiven Visionen von Ausnahmekünstlern wie Tim Burton oder Zack Snyder, die Werke erschufen, die aufgrund ihrer einmaligen Identität zum Diskurs einluden und damit zu Ikonen wurden. Somit passt „The Flash“ auch perfekt in unsere Zeit, in der Filme zu Content werden, der jeden einzelnen Zuschauer überall gleichzeitig zufriedenstellen will. „The Flash“ ignoriert die Autorität der Künstler, kapituliert vor dem unausgegorenen Geschmack des Massenpublikums und degradiert sich selber zu einem reinen Werkzeug, welches lediglich dazu genutzt werden will, ein niemals enden wollendes Franchise-Multiversum zu etablieren. Es ist aber zumindest ein unterhaltsames Werkzeug.

Markus Haage

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Mein Name ist Markus Haage, Chefredakteur und Herausgeber vom Neon Zombie-Magazin. Es gibt nicht sonderlich viel spektakuläres über mich zu erzählen. Ich führe ein sehr langweiliges Leben. Aber falls es doch jemanden interessiert, freue ich mich immer über einen Besuch meiner Website www.markus-haage.de! Danke im Voraus!