Film-Event: “The Hateful 8” 70-mm-Roadshow, Berlin (Januar 2016)

verfasst am 30.Januar 2016 von Neon Zombie

Am 30. Januar 2016 veranstaltete Sony Pictures ein ganz besonderes Event in zahlreichen deutschen Städten. Quentin Tarantinos Western “The Hateful 8” (2015) wurde als 70-mm-Roadshow-Fassung in ausgewählten Kinos vorgeführt. Ein kleines cineastisches Erlebnis.

Der Berliner Zoo-Palast kurz vor der Aufführung.
(© Neon-Zombie.net)

Es kommt nicht alle Tage vor, dass man einen Kinosaal mit der Gewissheit betritt eine sogenannte Roadshow-Fassung in 70mm zu erleben. Quentin Tarantino hat seinen neuen Western “The Hateful 8” (2015) eben nicht nur in diesem eigentlich ausgedienten Format gedreht, sondern auch die Sondervorführungen als sogenannte Roadshow freigegeben. Ein spektakuläres, weil so seltenes Ereignis. Nur vier Kinos in Deutschland können 70mm-Fassungen noch abspielen. Das hat seinen Grund. Man benötigt dazu natürlich einen traditionellen analogen Projektor, der eben auch 70mm-Film abspielen kann. Das Gros aller Kinos hat die analogen Projektoren spätestens 2009 zum Start von James Camerons “Avatar” (2009) und dem darausfolgenden 3D-Boom aus Platzgründen abgebaut und durch digitale Technik ersetzt. Analog ist heutzutage Prestige. Die vier Kinos in Deutschland, die 70mm-Fassungen analog vorführen können, sind der Zoo Palast in Berlin, das Savoy in Hamburg, die Lichtburg in Essen sowie die Schauburg in Karlsruhe. Für Tarantinos Roadshow entschied ich mich persönlich für den Zoo Palast in Berlin, den ich ansonsten nur von Pressevorführungen her kannte. Ein großer, angenehmer Kinosaal mit fast 800 Sitzen, 89 Lautsprechern und einer enormen Leinwand, deren Projektionsfläche ich nur schätzen könnte. Persönlich das perfekte Ambiente, um Tarantinos 70mm-Fassung zu genießen. Der Eintrittspreis war für eine solche Vorführung angemessen und betrug im Berliner Zoo Palast rund 16 Euro.

Angemessen angepriesen.
(© Christoph Maier)

Aber was bot die sogenannte Roadshow-Fassung? Die 70mm-Fassung des Films ist nicht nur um knapp acht Minuten länger, sondern wird auch durch eine Overtüre eingeleitet als auch von einer klassischen Intermission unterbrochen. Eben so, wie Roadshow-Filme in den USA traditionell vorgeführt wurden. Zusätzlich gab es mehrere exklusive Einstellungen sowie eine neue Filmszene, die nur Teil dieser Fassung gewesen ist und in allen zukünftigen Fassungen (auch als Deleted Scene) fehlen soll. Des Weiteren erhielt jeder Besucher ein exklusives Roadshow-Booklet mit Filminformationen und Bildern, welches bereits für rund zehn Euro auf populären Onlineportalen angeboten wird. Abgesehen von der Tatsache, dass der Film natürlich in einer einmaligen, analogen Bildqualität abgespielt wurde und dazu natürlich in einem Format, welches kaum noch genutzt wird. Dies ist übrigens bitte nicht mit dem IMAX-70mm-Vorführungen zu verwechseln, die beispielsweise Christopher Nolan für seine Filme oft nutzt.

Wie erwähnt, fanden noch in drei weiteren Städten Vorführungen statt. So freute es mich auch, dass dank moderner Kommunikationsmittel viele Leserinnen und Leser in der Kommentarspalte auf unserer Facebook-Seite Bilder und Erfahrungen zur Aufführung in Echtzeit posten konnten. So entwickelte sich dieses analoge Ereignis zu einem digitalen Event. Alte und neue Technik ergänzt sich auf eine Art und Weise, die nicht besser hätte sein können.

Im Anhang eine kleine Galerie von User-Bildern.

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Mein Name ist Markus Haage, Chefredakteur und Herausgeber vom Neon Zombie-Magazin. Es gibt nicht sonderlich viel spektakuläres über mich zu erzählen. Ich führe ein sehr langweiliges Leben. Aber falls es doch jemanden interessiert, freue ich mich immer über einen Besuch meiner Website www.markus-haage.de! Danke im Voraus!