Terminator Salvation: Sand in the Gears

verfasst am 7.April 2009 von Markus Haage

Die „Terminator Salvation“-Marketing-Offensive hat begonnen. Nachdem bereits im Februar der erste Roman zum, bzw. über den Film erschienen ist („Terminator Salvation: From the Ashes“), hat sich IDW Publishing für den US-Markt die Comic-Rechte gesichert. Ebenfalls das offizielle Comic zum Film wird dort Mitte Mai erscheinen, vorliegendes Werk namens „Sand in the Gears“ bildet eine Art Prequel zum kommenden Streifen.

(© IDW Publishing)

Im Jahre 2017, ein Jahr vor den Ereignissen von „Terminator Salvation“, bilden sich allmählich die ersten Zellen der menschlichen Résistance. Noch ist sie unorganisiert und über den gesamten Erdball unstrukturiert verteilt – doch dieses ändert sich als ein junger Soldat namens John Connor auf eigener Faust via Rundfunk taktische Kommandos gibt. Er berichtet wie die Killermaschinen Skynets am besten zu bekämpfen seien – und geht sogar soweit alleine militärische Entscheidungen zu treffen. So gerät er in Kontakt mit Yusuf Al Mansur, der zusammen mit einem Trupp Menschen die Uranlieferungen Skynets von Niger aus unterbrechen soll.

Während Yusuf und sein Trupp in Afrika versuchen gegen Skynet zu kämpfen, bildet sich in Detroit der erste wirkliche Widerstand. Elena Maric, ehemalige Polizistin aus L.A., versammelt einen Trupp Soldaten um sich, um eine alte Autofabrik zu zerstören, die nun von Skynet zur Herstellung des T-600s genutzt wird. Jackson Parker, ein ehemaliger Fabrikarbeiter, der erst kürzlich seine Tochter verloren hat, schließt sich dem Selbstmordkommando an. Doch sowohl in Afrika als auch in Detroit wissen beide Trupps nicht, dass Skynet bereits weitaus tödlichere Maschinen entwickelt hat, die den Kriegsausgang entscheidend verändern können…

(© IDW Publishing)

Dara Naraghi, Autor des Comics, erzählt hier keine Geschichte epischen Ausmaßes, sondern konzentriert sich auf zwei kleine Zellen der (zukünftigen) menschlichen Résistance. John Connor taucht (abgesehen von einer Rückblende) nur in Rundfunkübertragungen auf – und ist auch, ganz nach dem alten Kanon, lediglich ein normaler Soldat, der sich die Freiheit herausnimmt, auf eigene Faust militärische Operationen zu planen, welche ihm, zumindest bei seinem Kameraden, großen Respekt einbringen und der Anfang seiner Leader-Karrier darstellen sollen. Die eigentliche Story konzentriert sich um gänzlich neue Figuren, die weder im neuen Film vorkommen oder in irgendeinem vergangenen Terminator-Ableger (Roman, Game, Comic…) auftauchen. Naraghi selbst sagte dazu: „I get to play in my own sandbox, with a lot of new characters who won’t be in the movie. There’s a lot of breathing room.“ – von daher konnte er nach eigenen Gutdünken eine neue, eigenständige Geschichte entwickeln, die erstaunlich gut funktioniert und sich wunderbar in den Kanon einfügt. Ein Problem mit dem besonders im Terminator-Universum viele Ableger zu kämpfen haben…

Spätestens nach „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“ ging hier nämlich so einiges drunter und drüber. Welchen Kanon die jeweiligen Autoren für ihr Buch und/oder ihr Comic verwenden, ist nicht genau festgelegt – für mich persönlich zählt allerdings nur Camerons-Kanon, von daher, die Geschichte (und insbesondere die Zukunft), die Cameron ersann. Und diese ist auf den ersten 30 Seiten des Filmromans zu „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ (von Randall Frakes) mehr oder weniger detailliert beschrieben. So erfahren wir u.a., das Sarah Connor wenige Tage vor dem Sieg über Skynet im Juli 2029 (und nicht wie in Teil 3 etabliert bereits in den 1990ern an Krebs) gestorben ist. Die menschliche Résistance besteht nicht nur aus fahnenschwingenden Amis (so wie in T3), sondern zum Großteil aus Süd-Amerikanern und Afrikanern (besonders hervorgehoben wurden die australischen Soldaten), da ja oberhalb des nördlichen Äquators alles genuked wurde. Hauptkriegsschauplatz sind dennoch die USA, genaugenommen Colorado – da hier Skynet hockt.

(© IDW Publishing)

Wie erwähnt, T3 hat hier einiges zunichte gemacht. Es ist zwar richtig, dass die Filmfassung von T2 dies erlaubt – allerdings zählt zumindest der Roman, der auf dem Shooting-Script basiert, für mich nicht minder zum Kanon. Naraghis Comic lässt sich aber glücklicherweise in jeden Kanon einpflanzen – ob man nun T2-Fan ist – oder auch T3 als Tatsache ansieht. Inhaltlich punktet der Comic somit und dürfte jeden Terminator-Fan zufrieden stellen. Ich würde sogar soweit gehen, dass die Vorgeschichte des Charakters Jackson Parker einen brillianten Einstieg in den kommenden Film geben dürfte – wobei dies natürlich bereits ausgeschlossen ist.

Von allen vier Ausgaben kann lediglich „Sand in the Gears – Part 3“ nicht so recht überzeugen – allerdings dient der dritte Teil wirklich nur als narratives Bindeglied zwischen der Eröffnung und dem großen Finale und sollte inhaltlich nicht zu sehr in die Mangel genommen werden.
Optisch weiß der Comic ebenfalls zu gefallen – auch wenn man bei Movie-Comics generell keinen Tim Sale oder Jim Lee erwarten sollte. Die Zeichnungen sind oftmals simpel aber ausdrucksstark gehalten.

Fatality:
Gelungenes Comic-Prequel, welches in jeden Kanon gequetscht werden kann. Für Terminator-Fans wohl ein Muss – auch wenn man eventuell auf ein Sammelband warten sollte (US-Comics sind ja bekanntlich recht dünn und für 4 Dollar pro Ausgabe lohnt sich der einzelne Import wirklich nur für Hardcore-Fans…).

Markus Haage

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Über Markus Haage 2105 Artikel
Mein Name ist Markus Haage, Chefredakteur und Herausgeber vom Neon Zombie-Magazin. Es gibt nicht sonderlich viel spektakuläres über mich zu erzählen. Ich führe ein sehr langweiliges Leben. Aber falls es doch jemanden interessiert, freue ich mich immer über einen Besuch meiner Website www.markus-haage.de! Danke im Voraus!